Aus der Predigt unseres Herrn Pfarrer Stano

Sonntag, 05. November 2017
31. Sonntag im Jahreskreis

Oft hört man in den Evangelien vom Konflikt zwischen Christus und den Pharisäern.

Wenn Jesus etwas Gutes tut, denken sie, dass er stolz ist und berühmt sein will. Wenn er mit Sündern spricht und isst, schimpfen sie und fragen, warum er sich mit Sündern und Unreinen abgibt. Immer wieder lässt das Lachen, Spotten und Schimpfen der Pharisäer bei den Leuten Zweifel aufkommen, ob Jesus wirklich der Sohn Gottes ist.

Bis heute können wir manche Leute Pharisäer nennen, die uns die Kraft und den Glauben stehlen wollen, Jesus nachzufolgen. Aber noch gefährlicher als die sogenannten Pharisäer sind die Gedanken in unseren Köpfen, die uns sagen: Du bist kein Kind Gottes, denn du hast so viele Sachen falsch gemacht - es ist nicht sicher, ob dich Gott wirklich liebt. Wenn du dich kraftlos fühlst, kommen die unsichtbaren Pharisäer mit den Worten: Du schaffst das nicht. Du bist eine Null. Oder du hast die Kinder im Glauben erzogen, und sie gehen in die falsche Richtung - dann kommen die Gedanken: Es ist alles umsonst, was du machst. Usw.

Diesem Kampf muss sich jeder Mensch manchmal unterziehen. In einem Buch steht ein interessanter Satz: Deine Gedanken wirken deine Taten. Kennen Sie vielleicht den tschechischen Unternehmer und Schuhmacher Tomas Bata. Eine Geschichte sagt, dass er sein Geschäft auch auf Afrika ausbreiten wollte. Darum schickte er Abgesandte dorthin, damit sie in der Republik Tschad, in Nigeria und im Sudan feststellen, ob dort ein Interesse an seinen Schuhen bestünde. Nach vielen Monaten kehrten die Abgesandten zurück, und ihre Antworten fielen sehr unterschiedlich aus. Die ersten sagten: Bata, dort in Afrika gehen die Leute immer barfuß, dort haben wir keine Chance, die Schuhe zu verkaufen, sie brauchen uns überhaupt nicht. Die anderen sagten: Bata, das ist etwas Großartiges, einfach super, niemand hat dort Schuhe, wenn wir günstige und luftige Schuhen erzeugen, wird unser Geschäft wachsen. Es wird erzählt, das Tomas Bata sich für die zweite Antwort entschied und begann, auch für Afrika die Schuhe zu erzeugen.

Für welche Gedanken wir uns entscheiden, hängt in erster Reihe von uns selbst ab. Aber es ist nicht immer leicht. Darum braucht jeder von uns richtige Freunde und ihre Unterstützung, und jeder braucht auch das Gebet, damit er mit diesen Waffen seine unsichtbaren Pharisäer abwehrt und trotz aller Schwierigkeiten in Ruhe weitergehen kann. Man kann in Schwierigkeiten entweder seine Niederlage sehen oder - wie Bata - eine Gelegenheit, Kräfte aufzubieten und neue Erfahrungen zu sammeln. Wie ein arabisches Sprichwort sagt: Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.