Aus der Predigt unseres Herrn Pfarrer Stano

Sonntag, 03. Dezember 2017
01. Adventssonntag

Als kleiner Bub fragte ich meine Oma: "Oma, wie kannst du so sicher wissen, dass es Gott gibt?" Sie antwortete: "Weil ich weiß, dass die Hölle voller Teufel existiert."

Sie, als junge Frau hatte die ganze Familie verloren, als Stalin nach dem Pakt mit der Regierung der Tschechoslowakei ihre Familie und viele andere Familien an einem einzigen Tag mit Gewalt in die Ukraine abgeschoben hatte. Nur meine Oma war gerade verreist. Nachdem sie nach Hause gekommen war, fand sie niemanden aus ihrer Familie mehr vor. Sie wiederholte immer: "Bei so viel Bosheit in der Welt - da muss im Hintergrund ein Teufel sein. Aber wenn es so ist, dann glaube ich umso mehr an Gott."

Ja, auch heute spürt man die Bosheit in der Welt immer deutlicher. Es ist vielleicht besser, die negativen Nachrichten im Fernsehen nicht anzuschauen und mehr an schöne Dinge zu denken. Und nicht nur denken sondern auch tun. Das heutige Evangelium sagt uns klar, dass es nicht genügt, nicht zu sündigen, damit wir in den Himmel kommen, wir sollen die Liebe den anderen erweisen.

Vor zwei Wochen war ich in der Slowakei. Darum ein Beispiel von Priester Marian Kuffa aus dem Bezirk Poprad, der sich um die armen Leute dort kümmert. Eine nicht alte Geschichte.

Ein Obdachloser mit dem Namen Anton kam zu ihm und weinte: "Ich habe in meinem Leben alles wegen des Alkohols verloren - mein Haus, meine Frau und Kinder, meine Arbeit, meine Gesundheit."

Priester Marian bat den hl. Geist um Rat: "Was soll ich ihm zur Antwort geben?"

"Nun, Anton, du bist nicht ein so schlechter Mensch, denn das Teuerste hast du dir behalten."

Anton starrte ihn mit seinen verweinten Augen an: "Was ist das?"

Marian sagte: "Deine Seele, und ich sehe, dass du demütig bist, darum können wir wieder neu beginnen."

Anton sagte: "Herr Pfarrer, ich habe aber so viele Sünden." Marian antwortete nur kurz: "Aber die Barmherzigkeit Gottes..."

"Herr Pfarrer, aber mein ganzes Leben..."

Marian unterbrach ihn wieder: "Aber die Barmherzigkeit Gottes... Die Geschichte endete Marian Kuffa so: Ich habe schließlich seine Beichte gehört und nach ein paar Jahren ist er in unserem Haus mit Gott versöhnt in die himmlische Wohnung eingegangen."

Wie können wir die Liebe Gottes weiter verbreiten? Jesus gab uns sein Beispiel - durch das Wort der Liebe, durch Almosen, durch das Interesse für die seelischen Bedürfnisse anderer.

Aber in erster Linie - lassen auch wir uns von Gott beschenken.

Die Adventzeit, die heute beginnt, ist eine schöne Gelegenheit, sakramentale Verzeihung von Jesus zu empfangen. Also, die Liebe Gottes weiter zu schenken aber auch zulassen, von der Liebe Gottes beschenkt zu werden, trotz aller unserer ABER.... Amen