Aus der Predigt unseres Herrn Pfarrer Stano

Dienstag, 15. August 2017 "Mariä Aufnahem in den Himmel"

 

Liebe Schwestern und Brüder.

Maria wird in vielen verschiedenen Situationen abgebildet, z.B. in der Krippe in Bethlehem, bei der Hochzeit zu Canna, unter dem Kreuz ihres Sohnes und auch bei ihrer Aufnahme in den Himmel.

Besonders russische Ikonen bringen das sehr gut zum Ausdruck. Ich habe heute eine mitgebracht aus meinem Heimaturlaub, natürlich kein Original.

Kurz zur Geschichte dieser Ikone. Das Kloster in Pochajev, wo diese Ikone sich befindet, besuchte ich mehrmals. Der Anfang des Klosters Pochajev reicht in das Jahr 1240 zurück, als die Mönche in den dichten Wäldern auf dem Berg Pochajev, etwa 150 km von der heutigen Stadt Lviv ein asketisches Leben führten. In dieser Zeit wurde Russland unter einem großen Druck von mongolischen Tataren geführt. Den Mönchen wurde beim Gebet um den Schutz vor den Tataren die Gottesmutter Maria offenbart, mit einem Zepter in der Hand. Sie berührte mit dem rechten Fuß den Felsen und hinterließ im Felsen den Abdruck ihres Fußes mit den Worten, dass sie selbst Pochajevs Gebiet vor den Tataren schützen wird und wie ein Beweis hinterlässt sie den Abdruck ihres Fußes in dem hartem Felsen. Einer von diesen Mönchen hat die Ikone gemalt, als Erinnerung an die Erscheinung der Gottesmutter. Auf diesem Platz, wo Maria erschienen war, begann eine Quelle zu fließen, die viele Kranke heilte. Das war ein Impuls für viele Männer und Frauen, um dort ein Kloster zu bauen und dort ein frommes Leben zu führen. Man kann auch heute das Kloster besuchen, wo auf dem natürlichen Felsen ganz deutlich sichtbar der Abdruck eines weiblichen Fußes ist. Darum auch auf der Ikone, wie ihr seht, ist unter der Gottesmutter ein Fels, auf dem ihr Fußabdruck sichtbar ist. Zurzeit befindet sich das Original der Ikone in der Maria-Himmelfahrt-Kathedrale des Potschajewski-Klosters, wo täglich vor ihr gebetet wird. Beim Gebet bei dieser Ikone in Pochajev wurde Pochajews Gebiet mehrmals von Tataren gerettet.

Ja, heute attackieren unseren Ort keine mongolischen Stämme. Trotzdem können wir vor den unsichtbaren Feinden bei unserer himmlischen Mutter einen Schutz suchen. Damit sie unsere Familie und uns alle vor dem Geist des Unglaubens und der geistigen Sorglosigkeit schützt. Wir müssen nicht nach Pochajev fahren. Die Gottesmutter Maria ist dieselbe auch hier in unserem Tempel für alle, die für sie ein offenes Herz haben.